Neues zum barrierefreien Ausbau des SR Bahnhofs
  • Liebe Mitwarter,

    wir verfolgen ja alle schon mehr oder weniger lang die Diskussionen um den barrierefreien Ausbau des Straubinger Bahnhofes und irgendwie hat man ja das Gefühl, es tut sich einfach nix. Johann Meindorfer vom Verkehrsclub Deutschland setzt sich bekanntermaßen unermüdlich für den Straubinger Bahnhof ein - egal, ob es um den barrierefreien Ausbau oder Fernverkehrshalte geht. Und so gibt es nun mal wieder Neuigkeiten von ihm, die Euch vielleicht interessieren könnten:


    Der parlamentarische Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer teilte mit, daß „zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen bezüglich des Realisierungszeitraums des barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs Straubing möglich seien".
    Und so wies ausschaut, verschiebt sich die Entscheidung anscheinend immer wieder. Man dachte, jetzt endlich was Konkretes gesagt zu bekommen, aber nun heißt es, daß die Gespräche mit der DB Station & Service AG mit dem Bayerischen Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie „bis zum Jahresende 2012 zum Abschluß gebracht werden“ sollen. Das heißt ja, nochmal ein halbes Jahr warten - und es ist ja nicht gesagt, daß es sich dann nicht wieder nochmal verschiebt...

    Für ICE-Halte sieht er keine Verantwortlichkeit des Bundes, sondern verweist nur auf die „eigenverantwortliche Entscheidung der Eisenbahnverkehrsunternehmen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen über die Gestaltung des Verkehrsangebots“. Auch das hilft nicht wirklich weiter. Und vor allem sind auch die Bahnsteighöhen von 38 cm am Straubinger Bahnhof für die ICEs zu niedrig. Diese sind für Bahnsteighöhen von 76 cm und 55 cm optimiert worden. Also wären da erst mal bauliche Maßnahmen notwendig.


    Ja ich hab so langsam das Gefühl, es handelt sich hier um eine never ending story. Es wird geredet und geredet und so wirklich zu einem Ergebnis kommt man nie...

    LG an alle

    Michi
  • Hallo zusammen,

    nachfolgend die Antwort von Johann Meindorfer, Vorsitzender des VCD-Kreisverbandes Straubing-Bogen, auf das Schreiben von Herrn MdB Scheuer:

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    Notwendiger barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Straubing bei überdurchschnittlich hoher Ausstattung der Stadt mit – teilweise überregional bedeutenden - Behinderteneinrichtungen und mobilitätseingeschränktem Bevölkerungsanteil
    Fehlende ICE-Fernverkehrshalte in Straubing - Prioriät des vergleichsweise klima- und umweltverträglichen Verkehrsträgers Bahn bei der Verteilung der Haushaltsmittel im Verkehrshaushalt

    Sehr geehrter Herr Parlamentarischer Staatssekretär MdB Dr. Scheuer,

    danke für Ihre Antwort, auf die wir aber Folgendes erwidern dürfen:.

    Nach unserer Kenntnis sieht das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie nun Notwendigkeit und Prioriät des barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Straubing als gegeben an und will ihn im nächsten Programmabschnitt ab 2013 haben. Offensichtlich hakt es jedoch an der Fähigkeit bzw. Bereitschaft der DB Station & Service AG, die Grundfinanzierung aus Bundesmiiieln (Leistungs- unci Finanzierungsvereinbarung) für Straubing ebenso prioritär zuzusichern.

    Da Sie für dieses Anliegen Unterstützung signalisiert hatten, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie dies insofern noch tun könnten, als Sie bei der DB AG mit den hinreichend bekannten Argumenten auf deren baldmöglichstes Einlenken und Zustimmen zum eindeutig prioritären barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Straubing hinwirken und drängen würden.

    Und nachdem eine ausreichende Mittelbereitstellung sowohl für barrierefreier und ICE-tauglicher Bahnhofsausbau mit angepassten Bahnsteighöhen auch Voraussetzung für ICE-Fernverkehrshalte ist, dürfen wir Sie auch nochmals herzlich und dringend bitten, sehr geehrter Herr Staatssekretär und Abgeordneter, sich sowohl innerhalb der CSU-Bundestagsfraktion als auch in Ihrem Ministerium und innerhalb der Bundesregierung für eine ausreichende Zurverfügungstellung aus Bundesmitteln zur Umsetzung einer Vielzahl nötiger Massnahmen zur Verbesserung der Bahn-Infrastruktur und des Bahn-Angebotes einzusetzen, hinzuwirken und entsprechend zu intervenieren.

    Die Rolle der Bahn als vergleichsweise klima- und umweltverträglicher Verkehrsträger sowohl im Güter- wie auch im Personenverkehr muss sich in einer deutlichen Bevorzugung bei der Verteilung der Haushaltsmittel im Verkehrshaushalt niederschlagen.

    Für Ihre Bemühungen und Ihre weitere Antwort dazu danken wir schon jetzt und hoffen auf positive Nachricht, die die Bevölkerung unserer Region, auch der erhebliche Anteil mobilitätseingeschränkter Menschen wirklich verdient hätten.
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  • Hallo Freunde des barrierefreien Ausbaus des Straubinger Bahnhofs!

    Aus aktuellem Anlass gibt es hierzu von der Landtags-SPD Folgendes zu vermelden:

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    Sonderprogramm für barrierefreie Bahnhöfe in Bayern
    In einer älter werdenden Gesellschaft ist Barrierefreiheit eine Investition in die Zukunft für uns alle

    Die BayernSPD wird auf ihrem Parteitag in Amberg am kommenden Wochenende ein Sonderprogramm für ein barrierefreies Bayern beschließen. Das berichtet der Landesvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der SPD- Bundestagsfraktion Florian Pronold: „Wir werden bei einer Regierungsübernahme in den kommenden zehn Jahren insgesamt 200 Millionen Euro bereitstellen, um im Freistaat vor allem Bahnhöfe barrierefrei auszubauen." Der Straubinger Landtagsabgeordneter Reinhold Perlak, ein hartnäckiger Kämpfer für den barrierefreien Ausbau des Straubinger Bahnhofes, wird als "Beratender Delegierter" hierzu Bericht erstatten.

    Florian Pronold: "Von den rund 1000 Bahnhöfen in Bayern sind allenfalls 20 Prozent barrierefrei - und das vor allem im S- Bahn- und Metropolregionenbereich. Hier besteht ein riesiger Handlungsbedarf. Das kann der Staatsregierung nicht gleichgültig sein, auch wenn die Bahn natürlich vor allem in den Bereich des Bundes fällt. Wir haben auf Bundesebene dafür gekämpft, dass es ein Sonderprogramm für den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen gibt. Die Mittel, die bei diesem Sonderprogramm und bei der Bahn jetzt verplant sind, würden aber dazu führen, dass auch in 30 Jahren noch nicht alle Bahnhöfe in Bayern barrierefrei sind. Wir wollen diese Zeit halbieren – dies geht nur, wenn der Freistaat sich engagiert. Rheinland- Pfalz ist hier ein gutes Vorbild: Dort wird seit Jahren unter sozialdemokratischer Regierung Barrierefreiheit zusätzlich mit eigenen Mitteln in Angriff genommen.

    Ich habe mir viele Beispiele in ganz Bayern angeschaut und dabei die unglaublichsten Dinge gesehen. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Menschen mit Behinderungen so in ihrer Mobilität eingeschränkt werden. In einer älter werdenden Gesellschaft ist Barrierefreiheit eine Investition in die Zukunft für uns alle.“
    @@@@@@

    Liebe Grüße

    Jürgen